Gemeinsam digital sichtbar

Ab Mitte des Jahres 2021 sind voraussichtlich die ersten E-Rezepte unterwegs. Für die Prozesse in der Arzneimittelversorgung ein echter game changer.

Gabriele Regina Overwiening, ABDA-Präsidentin

· 1 Min. Lesezeit
Seien wir ehrlich, das Gesundheitswesen ist im Vergleich zu anderen Wirtschafts- und Lebensbereichen spät dran. Die Digitalisierung hat hier nach einem trägen Start in den frühen nuller Jahren lange Zeit kaum Fahrt aufgenommen, die Telematikinfrastruktur kam nur quälend langsam voran. Angeschoben durch den Gesetzgeber drehen sich seit zwei, drei Jahren die Räder aber schneller. Und in den letzten Monaten hat die Corona-Pandemie die Wirkung eines Turboladers entfaltet. 

Ab 2021 wird es für viele Patienten erstmals die persönliche Erfahrung eines Nutzwerts der TI geben. Ab Mitte des Jahres sind - wenn es dieses Mal bei den Terminen bleibt - die ersten E-Rezepte unterwegs; für die Prozesse in der Arzneimittelversorgung ein echter game changer.

Wie sollen wir als Apothekerschaft damit umgehen? Im Grunde ist es einfach: Die Präsenzapotheken müssen sich auf die Qualitäten und Vorzüge besinnen, die die Patienten an ihnen schätzen. Und sie müssen diese Qualitäten von der analogen in die digitale Erlebniswelt des Verbrauchers verlängern. Mit anderen Worten: Sie müssen digital sichtbar sein, digital erreichbar und handlungsfähig sein. Sie müssen neben ‚Country‘ auch ‚Western‘ anbieten. Egal ob der Patient mit einem Ausdruck seines E-Rezept-Codes von der Arztpraxis in die Apotheke marschiert oder ob er nach einer telemedizinischen Sprechstunde den Code per App verschickt und den Botendienst zu Hause erwartet, am Ende soll und kann er die Bindung an die Apotheke vor Ort erfahren. 

Die digitale Sichtbarkeit, die es dazu braucht, zu erreichen, kann für eine einzelne Apotheke sehr aufwändig werden. Doch wenn sich viele, am besten alle Inhaber unter der kraftvollen Dachmarke des roten A im Netz versammeln, wird es viel einfacher. Genau diese gemeinsame digitale Sichtbarkeit hat das Portalangebot von Landesapothekerverbänden und DAV zum Ziel. Je mehr Apotheken an Bord sind, desto heller leuchtet das Apotheken-A auf dem Highway der digitalen ‚patient journey‘. 

Der Berufsstand hat es selbst in der Hand, aufs digitale Gaspedal zu treten. Es wird Zeit.

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